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Favorite & Hollywood Hank – Schläge für Hip Hop

Dienstag, Dezember 23rd, 2008

cover

“Jetzt sind wir da und schlagen ein wie eine Bombe, wie tollwütige Wölfe…” säuselt der hochgepitchte Sleipnir-Rechtsrock als Auftakt des im Vorfeld bereits kontrovers diskutierten Kollabo-Mixtapes fast schon zu friedlich dahin und schürt die Aufregung um die beiden Hype-Rapper Favorite und Hollywood Hank noch mehr – wohl nicht ganz ohne Kalkül.

Dass das Spiel mit nonkonformistischen Themen wie etwa Rechtsradikalismus einen Teil der Faszination um die Beiden ausmacht kann man entweder von vorne herein verteufeln und die CD, so wie diese Review, geflissentlich ignorieren, oder aber man macht den Kopf auf und versucht das Ganze mit Humor zu nehmen, auf das eine faire Einschätzung der Qualität dieses Mixtapes möglich wird. Es fiel mir nicht schwer mich für Zweiteres zu entscheiden. Denn Bereits im im Titeltrack „Schläge für Hip Hop“ feuern die Beiden wieder ihre Punchlinesalven derart hoch frequentiert und verschachtelt, dass ich mich als Deutschrap-Nerd direkt zu hause fühle …und aufatme: denn Hank hat nach einigen eschreckend schwachen Freetracks wieder zu alter Form zurückgefunden und ergänzt perfekt Faves wahnwitzige Battlelyrics. „Scheiße bin ich hacke/ dreißig Liter Absinth/ greif zur Heckenschere und schneid dir ne Grimasse/“ Dieser wortwitzige Punchline Style zieht sich – wie könnte es auch anders sein – als roter Faden durch das ganze Tape und weiß den geneigten Nachwuchspsycho zu jedem Zeitpunkt zu unterhalten.

Ein Höhepunkt dabei ist das JAW Feature auf „Sozialphobie“, der sich mit seiner souveränen Asozialtät perfekt einbringt und die weiterhin gefeatureten 257ers Schlingel in Sachen kranke Scheiße auf die Ränge verweist. Von diesen zeigt sich einzig Shneezin annähernd Konkurrenzfähig und obschon er die Hauptprotagonisten zwar noch nicht ganz einholt, sollte man ihn zukünftig im Auge behalten. Tatsächlich ist der spezielle Humor von Fave und Hank in Verbindung mit komplexer Rap- und Reimtechnik auf so einem Nieveau beispiellos und macht dieses Mixtape zu einer besonderen Perle, trotz der vielleicht im Ganzen etwas kurz geratenen Spieldauer. Denn abgezogen der In- und Outros und eines Skits bleiben tatsächlich grade einmal 35 min Spielzeit, die dazu auch noch mit reichlich Filmsamples ausgefüllt werden. Dieser Kritkpunkt ist aber insofern verschmerzlich, als dass die Parts battleraptechnisch so gehaltvoll sind, dass zumindest ich sie öfter als ein mal hören musste um jedes Wortspiel, jeden Reim und jede witzige Idee mitzukriegen. „Schläge für Hip Hop“ ist sicher keine massenkompatible Platte – einerseits wegen der inhaltlichen Härte, doch auch aufgrund des etwas rohen Klangbilds oder der für das ungeschulte Ohr anstrengenden Rapstile der beiden Hauptakteure, aber in ihrer Nische wird sie voll einschlagen und lange auf Rotation bleiben. Zumindest von mir kann ich das mit Sicherheit sagen.

Wertung

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