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Tour-Nachtrag

p7105172.jpghier der langwerwartete Tournachtrag. Der Rest der ganzen Wahrheit.

Achter Tourtag

Auf in Richtung Bayern. Nürnberg. Treffpunkt mit den Fans ist “Messegelände”. Das ist etwa so genau wie “wir treffen uns in Australien”. Trotzdem finden ein paar hundert Fans den Bus. Wir bauen auf, drehen auf, gehen rauf. Der Sicherheitsdienst ist in Ordnung und lässt uns spielen. Obwohl wir in Nürnberg sind, machen 50 Fans aus Bamberg solange einen Höllenlärm, bis wir einem Auftritt in Bamberg zusagen.

Nachts sind wir in einem Viertel, das einfach mal einer der abgeranzstesten Orte ist, die wir je in Deutschland gesehen haben. Man kann durchs Hotelfenster mit den Nutten einschlagen. Aber nach nur wenigen Schritten sind wir in der Altstadt und unser Soundmann Morten kennt hier einen irren Typen, der Schrumpfköpfe verkauft.

Wir saufen in einer Tapasbar, bis das die Promoter und Promoterinnen des Kuss Kommandos kommen. Alle sind zugekokst und einer von ihnen stresst unfassbar mit einem Megaphon- nervig.

Ein Teil der Crew verbringt die Nacht dann in einer Grossdisse bei einer Ü30 Party. Selten so gekotzt.

Neunter Tourtag

Offday. Der Tourbusfahrer kennt eine Kartbahn in der Nähe. Ein Kumpel von ihm hat ein Höllenkart mit Wankelmotor, dass 160 km läuft. Erstmal springt aber die ganze Gang zu einem Rennen in die Karts und heizt um die Kurven. Big Mo fährt sehr gewagt und legt gute Drehungen hin, Olli sieht im Kart aus wie Donkey Kong und Brian wie Yoshi.

Nach einer Runde drinnen geht es nach draußen auf die Außenbahn.

Abends reiten alle in dem Wellnesbereich eines krassen Hotels ein. Es wird sauniert und gewhirlpoolt bis der Strom ausgeht. Mal wieder.

Zehnter Tourtag

Splash. Was soll man sagen. Das Wetter wird pünktlich zum Splash immer schlecht. Das ist eine Regel. Würde das Splash in der Sahara stattfinden, es würde dort regnen.

Wir kommen also auf dem Splash an. Das Wetter noch halbwegs OK. Vor dem Auftritt geht PRINZ PI noch auf ein wichtiges, geheimes Treffen in einer Villa am See. Auf der Terrasse sitzen lauter geheime Menschen und prosten sich zu. Der sehr geheime Herr M.S. startet irgendwann wilde Vodka Runden. Das ist aber zum Glück zu dem Zeitpunkt, wo PI schon wieder zum Auftritt muss. Darum kommt er mit drei zügig gelehrten Weizenbieren davon. Durch einen Drahtzaun. Dann schütteln wir wieder Hände, stehen vor den knatternden Generatoren hinter unserem Bus und bekommen die Mikrofone in die Hand gedrückt. Ein paar schnelle Schritte hoch auf das Busdach und vor uns stehen 5000 total auskreisende, geile Hunde von Splash Besuchern - und Hündinnen natürlich auch. Das heißt auf English Bitches. Aber sowas kommt in unserem Sprachschatz kaum vor. Darum einfach alles geile Hunde. Dann der Auftritt. Endzeit. Pogo-Moshpit und Bushwanken. Viele schlafen spontan mit ihrem Nebenmensch.

Die meisten Leute sind noch total benebelt, dass sie Zeuge dieses Augenblicks waren.

Als wir zu uns kommen, sind wir total durchnäßt. BIZTRAM und E-RICH krächzen wie die Raben. PRINZ PI kippt im Tourbus genau auf die wartende Bank, MOTTE wickelt ihn noch während des Falls in drei frische Handtücher, reicht ein gekühltes Getränk an und wickelt die Kopfhörer ein. Glanzleistung.

Die Band steppt in ihre goldenen Sarkophage, die Cryogen Kühlung wird eingeschaltet und die Weltstars schlummern ein unter dem leisem Surren der Maschinen. Dem Ziel entgegen. Nächster Tourstop der Pluto.

Die Tour an sich

So eine Tour ist eine spezielle Sache. Ein bißchen wie eine Klassenfahrt, wo jeder der Klassenclown ist. Die Lehrer tragen grüne Uniformen und schauen nur gelegentlich rein, wenn man zu doll über die Stränge schlägt.

Auf der Tour gibt es kaum Schlaf. Wozu auch. Es ist eine große Schnitzeljagd. Immer muss man etwas finden. Strom. Straßen, die groß genug für den Bus sind. Schlechtes Essen. Irgendeinen Laden.

Dinge verschwinden und tauchen wieder auf. Kleider wechseln den Besitzer. Krankheiten gehen reih um. Frauen auch. Flaschen sowieso. Im Bus liegen tausend Ladegeräte in einem gordischen Kabelknoten.

Wir stellen nun unsere Crew vor.

OLLI - Der Busfahrer. Er sieht aus wie das Klischee eines australischen Surfers. Breit. Drei Tage Bart. Sonnenbrille. Badelatschen.

Er kann immer den ganzen Scheiß wegmachen den wir hinmachen. Er muss reparieren was wir kaputmachen. Und immer gute Miene zu bösem Spiel machen. Deswegen hat er schon Muskelkater im Gesicht.

WASSIF - Eigentlich der “Tourmanager”. Will aber lieber doch für nichts zuständig sein. Fokussiert sich lieber auf die Mäusejagd. Er ist sehr wählerisch und arbeitet an der Fleischwerdung des Songs “Arabian Prince”. Er steht als DJ Wazzi – F auf der Bühne.

BIG MO - Kameramann und Fotograf. Sehr ruhig und angenehm. Mo filmt und fotografiert fast ununterbrochen. Er hat eine große Kollektion an Vintage Shirts. Der Crew hilft er gerne mit seinem Bonbonglas voller amerikanischer Aspirin aus.

BIZTRAM - Musiker. Er guckt immer gleich. Beim Auf- und Abbau steht er meistens nur rum. Fände es cool, wenn wir eine Anzeige der Polizei bekommen.

E-RICH - Musiker. Kann schon mal maulig werden, wenn die Hotelfrau nachts um 3 sauer auf ihn ist, dass er sie rausklingelt, anstatt seinen Schlüssel zu benutzen. Liest viel Kicker.

PRINZ PI - Musiker. Hat Probleme mit seiner Stimme bei zu krasser Belastung. Trotz Soundmann geht immer etwas schief und er muss sich die Seele aus dem Leib brüllen. Neigt zu Größenwahn.

MORTEN - Das erwachsen gewordene ADS-Kind. Immer in Bewegung. Morten kann alles und macht alles. Während er gerade regelt, dass wir irgendwo umsonst Kart fahren können, repariert er ein Mikrofon, erzählt lustige Anekdoten und macht Espresso auf seiner Maschine, die ihren Strom aus einer Laterne zapft. Ohne Morten könnte die Tour nicht stattfinden. Keiner würde wissen, was zu tun ist. Er kann und macht alles, außer das, wofür wir ihn mitgenommen haben - einen guten Sound. Ab jetzt ist er immer dabei.

BRIAN - Das ist Mortens Assistent. Er schleppt in jeder Hand eine große Lautsprecherbox. Sein Lettermen Tool ist stets griffbereit und wird sofort gezückt. Er macht die Perfekte Lichtshow.

PRINZ ADAM - Das ist die He-Men Figur. Also He-Men, wenn er der schüchterne und irgendwie fragwürdig angezogene Prinz Adam ist. Ein Fan hat ihn uns auf dem Rheinkultur auf die Bühne geschmissen. Nun ist er unser Schutzpatron und hängt im Bus bei der Steckdose über dem Fernseher rum.