Marathon in den Mai II
12. Mai 2009 von Prinz_PiNächster Tag. Wir brechen von der Wohnung meines gutens Freundes Staiger auf in Richtung Lido. Die anderen mit dem Auto, ich auf meiner gerade wieder frisch lackierten, top überholten Vespa. Direkt am Alex gibt das verdammte Eisen den Geist auf. Es ist 1.30 Uhr und ich schiebe das Scheißding vom Alex etwa 5 Kilometer in die Ritterstr. in Kreuzberg, wo zum Glück noch ein paar Kumpel in ihrer Werkstatt chillen und nachts auf dem Hof Playstation zocken und Wasserpfeife rauchen. Auf dem schweißtreibenden Weg kommen mir nur vergnügte Leute entgegen, die in Richtung irgendeiner Party unterwegs sind. Diese zierliche Vespa ist verdammt schwer nach ein paar Kilometern, vor allem, wenn irgendwie der Gang drin liegt und das Schieben ist wie einen Stein den Berg hochzurollen. Es ist wie eine zickige Ziege mit sich zu ziehen. Angekommen, versuchen wir die Vespa zu reparieren, doch das geht leider nicht so leicht.
Ich reagiere mich mit einem Postermarker an ein paar Mülltonnen ab.
Auf das Lido, wo meine Freunde nun gerade tanzen, habe ich keine Lust mehr und winke das nächstbeste Taxi heran. Und da: Ein Highlight des Abends. Der Taxifahrer ist, ein Riesenzufall, ein Typ, der früher in der Wrangelstr. meinen Lieblingskötfeladen gemacht hat.
Jetzt ist der Laden in neuer Bewirtschaftung, aber jeder der früher in den GOLDENEN KÖFTETAGEN mal da war, kann es bezeugen: Dieser Köfte war wirklich von einer anderen Welt. Es dauerte jedesmal schier endlos, bis das Fleisch gegrillt war, jedenfalls kam es mir so vor. Dieses wurde dann in das knusprigste Baguette gebettet, mit der köstlichsten denkbaren Kräutersoße benetzt, gerne gesellten sich saftige, dünne Tomatenscheiben und etwas knackfrischer Salat hinzu, eine Prise Pfeffer und Salz, und der Himmel entfaltete sich beim ersten Biß auf der Zunge. Was war das für ein göttlicher Köfte.
Ich habe dem Typ damals sogar ein Shirt mit der Aufschrift “Kreuzberger Köfte Burger Wrangelstr.” abgeschwatzt im Tausch gegen eines meiner Shirts und habe seines auch bei ein paar Auftritten getragen, voller Überzeugung.
Diese Begegnung schien mir wie ein glücklicher Zufall und mit dem Geschmack eines virtuellen Köftes auf der Zunge sank mein vom Roller-Schieben erschöpfter Adonis-Körper in die kühlen Laken meines Bettes.