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I hate IE

Marathon in den Mai

4. Mai 2009 von Prinz_Pi

Am ersten Mai bin ich also in der weltbekannten Naunynstraße in Kreuzberg aufgetreten. Der Auftritt war… naja. Ich meine, es gibt kein härteres Publikum auf der (deutschsprachigen) Welt als dort. Du gehst auf die Bühne und dich blicken vier tausend Banger im besten kampffähigen Alter an und wirklich KEINER von denen hat Lust auch nur ein klitzekleines bißchen abzugehen, es sei denn, du drückst während deinem Auftritt eine 200 Kilohantel, fährst mit einem glitzernden BMW auf die Bühne, feuerst 3 Uzimagazine in die Luft UND kommst mit Jessica Alba am Ellenbogen. Dann vielleicht, aber auch nur vielleicht, geben sie Applaus und sagen “Die Kartoffel ist nicht schlecht”. Ich bin schon froh, dass ich nicht beworfen wurde.

Aber mal so allgemein: Irgendwie komisch, was mit Hiphop Musik und dem Publikum los ist. Man läuft über das Fest, ganz viele unterschiedliche Bühnen sind da. Punk. Hardcore. Rock. Elektro. Whatever. Überall bleiben die Leute stehen, hören gucken, was geht da ab. Bei den meisten ziehen sich die Leute kurz  die Shows rein. Bei einige verweilen sie auch länger, tanzen, haben Spaß, sind gut drauf!
ABER bei der Hiphopbühne kommt es mir so vor als wenn alle Passanten so wären: “Oh mann, nicht diese Scheiße, Hiphop, bäh, bloß schnell weiter.”
DUDES, was ist aus unser wunderbaren Musik geworden? Sind es die (zugegeben in der Regel einen grottenschlechten Liveauftritt abliefernden) “Künstler”? Oder hat einfach kein Mensch vom Publikum mehr Lust auf diese Musik und will einfach irgendwas anderes hören, bloß keinen Hiphop?
Ich glaube es ist beides ein bißchen, aber ich glaube es ist noch was anderes: Und das sind die üblichen Gäste, die man in Berlin auf Hiphop-Veranstaltungen trifft. Das sind immer nur super coole, stock-in-the-ass habende Möchtegerne.
Ich kenne voll viele Leute die sagen: “Ey, ich war auf einem Metal-Konzert, und ich hätte das niemals gedacht, aber die Leute im Publikum da, die waren alle voll nett und gut drauf.” Das nennt man “positiv überrascht”.
Aber ich kenne NIEMANDEN der sagt: “Ja, dann bin also auf diesem kleinen Hiphop-Konzert gelandet und die Leute, die waren sowas von nett und in Ordnung, alle hatten da total ihren Spaß.”
Warum ist das so? Ich muss dazu sagen: Es gibt so Orte, in Westdeutschland zum Beispiel, da ist das so. Da ist auf den Konzerten eine sehr gute, entspannte und ich sage mal “erwachsenere” Stimmung. Da denkt man: Hey, alle hatten eine gute Zeit, die erzählen sicher am nächsten Tag ihren Freunden wie cool es war.
Ein alter Kollege von mir, der gute LOCKE von ZPYZ, hat eine neue Bar eröffnet, und zur Einweihung den Platz davor beim 1. Mai mit Elektromusik beschallt. Unglaublich super, wie sich da alle Anwesenden gefreut haben. Die Leute sind dankbar für jedes neue Lied. Die Leute freuen sich, dabei gewesen zu sein. Die Leute feiern alles ab, auch wenn es wirklich sehr billige Songs sind. OK, vielleicht ist ein guter Teil von den Leuten drauf. Aber trotzdem: Sie sind GUT drauf. Sie haben Spaß. Und davon möchte ich mehr sehen… von Leuten, die Spaß haben! 

Ein Kommentar zu “Marathon in den Mai”

  1. Prinz Pi schiebt deprie | WiRRESWiRKEN

    [...] mutet zumindest der neue Blogeintrag des Prinzen an. Der springende Punkt sei hier mal kurz gequotet: Aber mal so allgemein: Irgendwie komisch, was [...]