Archiv für Dezember, 2008

Meine musikalische Evolution Teil #5: Eastcoast / Premier Phase (1995-1998)

Mittwoch, Dezember 24th, 2008

1995 schob eine damaliger Bekannter waehrend einer Autofahrt ein Tony Touch Mixtape namens “Power Cypha” in mein Tape Deck, um mich davon zu überzeugen, dass der ganze Westcoast Gangsta Krams nen Dreck ist im Gegensatz zu dem was in New York abgeht. Auf diesem legendären Tapes des wohl mit Funkmaster Flex zusammen besten Mixtape DJs ever, versammelte der gute Tony sämtliche derzeit angesagten, fast ausschließlich New Yorker MCs zu einer munteren Cypher in seinem Studio und ließ sie über die damaligen aktuellen Beatproduktionen spitten. Somit hatte ich schnell einen guten Überblick, über das was sich da an der in den 1-2 Jahren zuvor verschmähten Ostküste entwickelt hatte.

Das flashte mich dermaßen, dass ich ziemlich schnell alles diggte was interessantes von 1993 bis 1995 aus New York releast wurde. Insbesonderen “Illmatic” Album von Nas, das “Ready to die” Album von Biggie und die Beats eines gewissen DJ Premier, der sich anschickte der bedeutenste Produzent in den 90ern zu werden packten mich dermaßen am Trommelfell, dass diese Phase mein wohl intensivster Zeitabschnitt sein sollte in dem ich mich mit Rapmusik auseinandersetzte.

DJ Premier legte mit dem Gangstarr Album “Hard to earn” einen produktionstechnischen Meilenstein hin, sodass derzeit ähnlich einflussreiche Produzenten wie beispielsweise Pete Rock, K-Def oder Marley Marl mühe hatten hinterher zu kommen. Es gibt bis heute für meinen Geschmack keinen anderen Beatbastler, der für so viel Hip Hop Classics verantwortlich ist und so stark soundtechnisch eine komplette Generation von Produzenten beeinflusst hat. Ende der 90er Jahre hatte man das Gefühl, dass fast jede zweite Produktion, Primo Beats kopierte oder zumindest an die Produktionsweise angelehnt war. Klassiker Alben wie z.B. die ersten beiden Jeru the Damaja Alben, “Livin Proof” von Group Home, sowie sämtliche Gangstarr Alben darunter das unschlagare “Moment of Truth” wurden an Primos MPC komplett im Alleingang zusammengeschraubt. Primo konnte mit einem guten Beat jeden MC egal wie gut oder schlecht er war in einem guten LIcht darstehen lassen, was das Beispiel Group Home bewiesen hatte. Deswegen riss sich zwischen 1996 und 2000 jeder Nachwuchs Rapper um einen Beat der Producer Legende. Leider übertrieb es Premier mit seiner spendablen Art und Weise und sein Sound verlor aufgrund der inflationären Herausgabe von Beats an jeden Rapper, der auch nur ein bisschen Talent hatte und den vielen Produktionsbitungen anderer Beatbastler etwas an Magie. Um 2000 lösten ihn Produzenten wie z.B. die Neptunes oder Timbaland auf dem Beatthron endgültig ab und es wurde wieder ruhiger um Primo.
100 Premier Beats:



Mitte der 90er stand der typisch düstere Sound für New York und bildete einen Gegenpol zu den doch eher sommerlich Klängen der Westcoast. Seit ca. 1993 entwickelte sich New York im medialen Schatten der Westcoast zu einem Schmelztiegel für talentierte Rapper und Crews wie z.B. der Wu Tang Clan, Mobb Deep, JAY-Z, Fat Joe, Nas, Biggie, Busta Rhymes, Craig Mack, Lords of the Underground, Nine, AZ, DAS EFX, Blahzay Blahzay, Foxy Brown, Heather B, MOP, Camp Lo, Big L, The Lost Boyz, Keith Murray uvm. aus sämtlichen Stadtteilen des Big Apples. Selbst LL Cool J schaffte mit dem großartigen “Mr. Smith” Album ein kreatives Comeback.

LL COOL J ft. KEITH MURRAY, PRODIGY, FAT JOE & FOXY BROWN I Shot Ya (Remix) (1995)

AZ- Sugar Hill

The Notorious B.I.G. – Juicy

Craig Mack – Flava in ya Ear Remix feat.The Notorious BIG, Rampage, LL Cool J & Busta Rhymes

Für meinen Geschmack kamen zwischen 1993 und 1998 die beste Veröffentlichungen der Rap Historie heraus. Ich blicke teilweise nostalgisch zu dieser Zeit zurück und bin froh diesen Abschnitt live miterleben konnte, da auch in Deutschland zumindest Ende der 90er Jahre eine Art Goldgräber Stimmung im Hip Hop sich entwickelte. Wer sich ein Bild von dieser Zeit in Mixtape Form machen möchte dem sei meine dreiteilige Mixtape Reihe “The Better Days” ans Herz gelegt, die es weiter unten bei mir im Blog als Free Download gibt.

Da in dieser Phase zu viele gute Alben auf den Markt kamen nachfolgend nur ein kleiner Ausschnitt meiner Favorites:

Meine musikalische Evolution Teil #4: G-Funk/Gangsta Rap (1993 – 1996)

Mittwoch, Dezember 17th, 2008

Eine anderer neuer Rapstil bekam um 1993 immer mehr Aufmerksamkeit. Nachdem auch Dr.Dre NWA den Ruecken kehrte und damit das Ende der Formation einlaeutete praesentierte er der Welt mit seinem legendaeren Album “The Chronic” einer neuen Stilrichtung in der Rapmusik. G-Funk war geboren. Lyricmaessig orientierte sich G-Funk an den Gangsta Rap Vorbildern von NWA und Ice-T.
Das neue war der stark P-Funk Sample orientierte relaxte Sound der Beats.

Dr Dre – Let Me Ride

Dr Dre – Lil’ Ghetto Boy feat Snoop Doggy Dog

Der von Dre neu gepraegte Sound spuelte im Fahrwasser eine ganze Reihe neuer Acts zu Tage. Ganz vorne dabei Dres Ziehsohn Snoop Doggy Dog und sein Anhang wie z.B. Warren G, Daz Dillinger und Kurupt vom Dog Pound sowie Twinz. Sommerlicher, relaxter Sound mit meist harten Lyrics und einen Haufen blinkender Felgen an den hüpfenden Low Ridern.

Tha Dogg Pound – What Would You Do

Twinz – Round & Round

Das neue gegründete Label Death Row Records war das zu Hause vieler dieser Protagonisten. Der sich mit Dre im Beef befindende Eazy E (siehe meinen Blogeintrag Diss Classics #2) versuchte mit Ruthless Records einen Gegenpol zu Death Row zu bilden und sein groeßter Coup war die Gruppe Bone Thugs and Harmony.

Eazy-E – Only If You Want It (uncensored)

Bone Thugs N Harmony – Thuggish Ruggish Bone

LA wurde Mittelpunkt der Westcoast und beherbergte einige mehr oder weniger erfolgreiche Rapper/Gruppen wie z.B. MC Eiht (Comptons Most Wanted), Spice One, South Central Cartel oder Above The Law die sich zu dieser Zeit einen Namen machten. Der große Erfolg des G-Funks und des Gangsta Raps aus LA führte dazu dass viele Moralhüter wie Polititker, Pastoren auf die Barrikaden gingen bishin zu öffentlichen Zerstörungen von Gangsta Rap CDs.
Above The Law – Kalifornia

Durch das große Aufsehen, das diese Gruppen auf die Ghettos der City of Angels förderten, entschlossen sich die Brüder Hughes einen der einflussreichsten Ghetto Dramen neben “Boyz in the Hood” in der Kulisse der Hoodz von LA auf Zelluloid zu bannen. “Menace 2 Society”. Der Soundtrack und insbesondere der Titeltrack “Straight up Menace” von MC Eiht zählt bis heute zu einem Klassiker. Zu dieser Zeit enstanden eine ganze Reihe weiterer Ghetto Film Klassiker wie z.B. “Blood in Blood out”, aber an “Menace 2 Cociety” kommt für meinen Geschmack keiner ran.

Mc Eiht – Straight Up Menace

Ein weiteres Rap Schwergewicht der Westküste Namens Tupac Amaru Shakur adaptierte zwar den Sound des G-Funk bewegte sich aber relativ autak davon und entwickelte sich vom radikal politisch motivierten Rapper immer mehr zur Gangsta Rap Ikone, bis Suge Knight auf ihn aufmerksam wurde und ihn bei Death Row signte. Was wohl der Anfang vom Ende bedeuten sollte.2PAC gehörte zwischen 1994 und 1996 zu meinen Favorite Rappern.

2pac – Pain (Above The Rim OST)

Meine Favorite Alben in dieser Phase:

Diss Classics #2: Eazy-E – Real Compton City G’s

Montag, Dezember 15th, 2008

Dr. Dre ft. Snoop Dogg – Fuck wit Dre Day

Meine musikalische Evolution Teil #3: Heavy Rap (1992-1994)

Sonntag, Dezember 14th, 2008

Hat jetzt doch nen bisschen gedauert aber jetzt der dritte Teil meiner musikalsichen Evolution.
Nach dem im zweiten Teil erwähnten “Judgement Night Sampler” war es geschehen und Rapmusik hat mich in ihren den Bann gezogen. Anfang der neunziger Jahre war Rapmusik meist schnell und ruff. Die Lyrics behandelten Themen vom Leben auf der Straße, Alkohol, Kiffen, Party oder befassten sich mit sozialkritischen und politischen Themen. Also nicht groß anders als heute, wobei der Anteil der poltisch motivierten Lyrics um einiges höher war. Aber eins hatte die Musik gemeinsam den rauhen, sampleorientierten Sound der Produktionen, den Ich mal zusammefassend als Heavy Rap bezeichne.

Eric B. & Rakim – Don’t sweat the technique

Cypress Hill – How i could just kill a man

PARIS – Make Way For A Panther

Das musikalische Bild dieser Stilrichtung wurde damals geprägt von Bands wie House of Pain, Eric B & Rakim, Ultramagnetic MCs, Public Enemy, Kool G Rap & DJ Polo von der Eastcoast sowie Ice-T, NWA, Cypress Hill, Paris und dem Ex-NWA Member Ice Cube von der Westcoast. Einen ersten Vorgeschmack auf den schwehlenden Eastcoast-Westcoast Konflikt der Mitte der 90er Jahre seinen Höhepunkt erreichte gab der Beef zwischen dem Ultramagnetic MC Tim Dog und der um Ice Cube reduzierten Formation von NWA.

Tim Dog – Fuck Compton

Zu dieser Zeit waren Ice Cube, House of Pain und Paris die Favorite Tunes in meinem CD Player.

Paris – Assata’s Song

Ice Cube – Jackin’ for beats

House of Pain – Shamrocks And Shenanigans

Parallel zu der musikalsichen Entwicklung in den USA entwickelte Europa angeführt von englischen Gruppen wie Gunshot, Hijack, Son of Noise und Killa Instinct einen eigenen Sound namens Britcore. Dieser Zug fuhr allerdings relativ unbeachtet an mir vorbei.

Meine Favorites in dieser Zeit:

BOMBE!: East Coast Avengers feat. Celph Titled – East Coast Overdose

Montag, Dezember 1st, 2008

Wieder mal eine extremst dicke Beatbombe von Statik Selektah mit Trademarc, Celph Titled und Esoteric an den Mics. Vom East Coast Avengers Album “Prison Planet. “Fuck takin’ Hip Hop back, we move tha shit forward” (Leider kein Video zu diesem Track).